Das Soziale Betriebs-System

Echtes Lernen und persönliche Weiterentwicklung funktionieren nur da, wo es einen Schutzraum für Vertrauen gibt. Im digitalen Zeitalter ist dieser Schutzraum das "Soziale Betriebs-System", dass wie ein Schutzschirm über uns schwebt. Doch ein Schutzschirm schützt nur wenn er aufgespannt ist, denn erst dann können sich die Schützlinge entfalten.

Wozu besser zusammen arbeiten?

Es schallt aus allen Ecken: Wir sollen besser zusammen arbeiten (#AndersArbeiten), um mehr #KundenBegeistern zu können - für uns, unsere Produkte & unser Unternehmen. Nur mal drei Impulse, die mir in den letzten Monaten so über den Weg gelaufen sind:

  • Studien über Studien: Bessere Zusammenarbeit bewirkt einen signifikanten Anstieg von Mitarbeiter-Motivation und Partizipation (+36 %) und erhöht die Arbeits-Effizienz um 1/3 (mehr lesen...)
  • Aus dem LevelUp-Programm: Prof. Jana Costa beschreibt in den #DigitalLeadership-Skills eindrücklich, wie wichtig es ist, als Führungskraft die richtigen Rahmenbedingungen zu ermöglichen ( mehr lesen... )
  • Agile, Agile, Agile: Wir kommen in allen Unternehmensbereiche nicht mehr daran vorbei, uns über das "Wie" unserer Zusammenarbeit zu unterhalten ( mehr lesen ... )

Deshalb stellt sich schon seit einiger Zeit mehr und mehr die Frage:

Wie besser zusammen arbeiten?

Als wir Anfang 2018 die Führungskräfte-Community "#DieLehmschicht bröckelt" ins Leben gerufen haben, stand genau diese Frage im Zentrum des ersten Treffens: Wie besser zusammenarbeiten? Natürlich gibt es Leitfäden, Empfehlungen, Tipps & Tricks, Zimpeln, Agenda-Settings, Gatekeeper & alles Mögliche dafür, aber nichts funktioniert so richtig.

Deshalb haben wir uns entschieden, einen ganzen Vormittag unserer wertvollen Lebenszeit damit zu verbringen, ein zweckdienliches, soziale Betriebssystem gemeinschaftlich für unsere Gruppe ( von 30 Führungskräften ) zu erarbeiten. Es ging darum, auf Basis facilitativer Grundannahmen unsere Regeln für die Zusammenarbeit zu definieren:

Warum ein Soziales Betriebs-System?

Ich merke immer mehr, dass echtes Lernen und persönliche Weiterentwicklung nur da funktioniert, wo explizit an einem Schutzraum für Vertrauen gebaut wird - Menschen, auf die man sich verlassen kann und bei denen ich bereit bin, mich zu öffnen. Im digitalen Raum ist das nicht immer leicht. Natürlich gibt es vertrauens-unterstützende Komponenten (habe dazu auch eine Dissertation (Link) geschrieben), aber Vertrauen entsteht vor allem durch (persönliche) Interaktion im geschützten Raum - dazu braucht es einen analogen Schutzschirm im digitalen Zeitalter: Das Soziale Betriebs-System.

Wie ein Soziales Betriebs-System entwickeln?

Ich erinnere mich noch sehr genau an den zähen Prozess der Erstellung: Beim ersten Treffen im Ecolut-Center (> siehe Die Lehmschicht bröckelt - Führung verändern) sitzen 30 Manager im Kreis und ringen um jedes Wort - über mehrere Stunden hinweg. Aus einem platzt es dann heraus:

"Ich will jetzt endlich über die INHALTE von "#DieLehmschicht bröckelt" sprechen, das geplante Curriculum - und hier nicht um jedes Wort feilschen."

Die Stimmung scheint zu kippen - Ich frag mich: Sollten wir jetzt doch anders weiter machen, zum Beispiel "mal schnell" eine Vision entwickeln, strategische Handlungsfelder identifizieren und dann Projektpläne mit Top-Prioritäten herunterbrechen, um dann unsere ToDo-Listen zu füllen...

Eine andere Führungskraft entgegnet:

"Nein, das ist doch genau das Problem: Wir staffen Projekte mit mehreren hundert Mitarbeitern und merken erst nach Monaten, dass wir zwar die gleiche Sprache sprechen, aber völlig unterschiedliche Dinge verstehen. Wir müssen hier um jedes Wort feilschen, um eine gemeinsame Grundlage zu bekommen."

Für mich ist dies einer der besonderen "Tipping Points" von "#DieLehmschicht bröckelt" in 2018. Erst bei den zweiten und dritten Treffen werden wir als Gruppe bemerken, wie wichtig diese Vereinbarungen und insbesondere Prozess der Vereinbarung gewesen sind.

Sie stärken uns als Gruppe enorm und werden zu unserer DNA. Warum ich das so schreiben kann? Weil ich der Überzeugung bin, dass auf Regeln der Zusammarbeit (auch: Guiding Principles, Leitsätze, Vereinbarungen) immer nur dann verwiesen wird, wenn sie gebrochen werden. Wir haben uns jedoch unser "Soziales Betriebs-System" zwar bei jedem Treffen am Anfang wieder vor Augen geführt, aber "eingeklagt" musste es nie werden - denn so funktioniert es ja auch nicht...

Welches sind zentrale Elemente eines sozialen Betriebssystems?

Drei der vereinbarten Punkte möchte ich besonders herausgreifen:

  • Ich spreche mit Intention und versuche zum Wohlergehen der Gruppe & des Diskurses beizutragen.

Ich ertappe mich so oft dazu, in Diskussionen rein zu gehen, um "auch noch was" gesagt zu haben oder einen witzigen Spruch zu bringen. Bei einer Gruppe von 30 Führungskräften mit Sendungsbewusstsein wird das aber sehr schnell ineffizient - oder um es mit den Worten eines anderen Teinehmer zu sagen: "Zuhören, auch wenn es weh tut."

  • Persönliche Geschichten bleiben im Raum. Das Wissen geht in die Welt.

Für mich eine der schwierigsten Vereinbarungen, weil ich ja so gerne Geschichten von Menschen erzähle, die dann natürlich auch sehr persönlich sind. Aber ich merke auch: Nur in einem Raum mit Vertrauen kann echte persönliche Weiterentwicklung entstehen - alles andere sind Phrasen. Dies merke ich vor allem auch den noch kleineren #WOL-Circeln (Link), in denen die Vertraulichkeit des besprochenen das höchste Gut ist.

  • Wie teilen uns die Verantwortung für die Qualität - alle tragen zum Gelingen bei.

Als einer der Hosts von "#DieLehmschicht bröckelt" fühle ich mich der Gruppe natürlich besonders verbunden und verantwortlich. Dennoch: Wenn wir es ernst nehmen, dass wir uns die Verantwortung für die Qualität teilen, dann kommen wir bei der Selbstverantwortung jedes Einzelnen an - und Formen der Selbstorganisation: Und damit wieder bei "Agile, Agile, Agile"...

Extro: Ich bin sehr dankbar, dass beim letzten Treffen viele der "#DieLehmschicht bröckelt"-Führungskräfte immer wieder unser "Soziales Betriebssystem" in den Vordergrund gerückt haben und fest entschlossen sind, in Ihren Bereichen und Projekten eigene zweckdienliche Betriebs-Systeme zu entwickeln. Denn vor allem für Meetings gilt:

#DieLehmschicht bröckelt: Das Feedback der Teilnehmer

die-lehmschicht-teilnehmer-feedback

Die Teilnehmer der Lehmschicht 2018.

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