Agiles Arbeiten: Eine Geisteshaltung für Erfolg

5 Fragen an Barbaros Kaman

In Zeiten des Wandels und der Unsicherheit ist es wichtig, flexibel, aktiv, anpassungsfähig und mit Initiative zu agieren.

Barbaros Kaman hat sich in Zuge dessen mit dem Manifest des agilen Arbeitens beschäftigt und möchte dabei besonders den Fokus auf das Arbeiten mit Scrum richten. Als „Agiler Motivator“ gibt er Seminare für seine Kollegen. Er ist begeistert und überzeugt vom agilen Arbeiten und brennt dafür sein Wissen zu teilen. Grund genug für mich, ihm dazu einmal 5 Fragen zu stellen:

 

Winfried

Was bedeutet „agiles Arbeiten“ für Dich?

Barbaros

Es gibt für mich keine einfache Definition für "agiles Arbeiten". Es ist vielmehr eine Geisteshaltung. Eine Geisteshaltung, die auf dem Agilen Manifest und der 12 definierten Prinzipien basiert. Agiles Arbeiten bewertet die soziale Dimension und Zusammenarbeit höher, als die Prozesse und Werkzeuge.

Um einmal ein Beispiel zu nennen; einer der Kernsätze des Agilen Manifests lautet wie folgt: 

 

Individuen und Aktionen sind wichtiger als Prozesse und Werkzeuge.

Doch was bedeutet das? Damit ist nicht gemeint, dass Werkzeuge unwichtig sind, aber ihre Bedeutung ist geringer als die Individuen, die sie einsetzen. Die Werkzeuge können allein nichts bewirken, aber die Menschen können ohne Werkzeuge arbeiten.

In Zusammenhang mit Agilem Arbeiten wird auch häufig das Vorgehensmodell "Scrum" erwähnt. Was genau ist Scrum und weswegen hat sich diese Arbeitsweise bewährt?

Scrum ist eine populäre agile Arbeitsmethode, die sich vor allem in der und durch die Softwareentwicklung bewährt hat.

Vor 2001 waren die Methoden für Softwareentwicklungen sehr starr. Nachträgliche Änderungen vom Kunden waren nur schwer umzusetzen und Änderungen somit sehr kostspielig. Häufig wurde eine Software mehrere Male entwickelt. So haben sich Experten aus der Softwareindustrie in Amerika zusammengesetzt und sich für ein gemeinsames Verständnis vom Agilen Arbeiten ausgesprochen, wodurch das Agile Manifest und die Agilen Prinzipien entstanden. Und genau auf diesen Prinzipien und dem Manifest baut Scrum auf.

Der Begriff Scrum bedeutet in erster Linie "Gedränge" und kommt aus dem Rugby. Das Team bewegt sich in Etappen zum Ziel. Scrum eignet sich besonders für Entwicklungen von Produkten, wo häufige Kundenanfragen entstehen und bei denen die Lösung unklar ist. Ein Projekt wird nicht von Anfang an durchgeplant, sondern in kurzen Sprints entwickelt. Nach einem Sprint entsteht immer ein Produkt, anschließend wird mit dem Kunden dieses Produkt besprochen. Somit lässt sich in regelmäßigen Abständen der Stand der Entwicklung prüfen und steuernd eingreifen. Sprint für Sprint nähert man sich dem Ziel und dem fertigen Produkt.

Vorteile durch das Arbeiten mit Scrum

Folgende Punkte beschreiben die Vorteile von Scrum sehr gut und veranschaulichen, weswegen sich diese Arbeitsweise wahrscheinlich auch so bewährt hat:

  • Mitarbeiter gehen in die Verantwortung. Das Team organisiert sich selbst. Dies sorgt für eine starke, intrinsischer Motivation des Teams.
  • Transparenz. Das Team ist immer tagesaktuell. Die Aufgaben müssen nicht zugewiesen werden, sondern werden von den Mitarbeiten selbstständig bezogen
  • Effiziente Abstimmung. Durch regelmäßige Meetings werden Hindernisse aus dem Weg geräumt und Verbesserungen werden in die nächsten Sprint übernommen.
  • Richtige Arbeitsreihenfolge. Risikoreiche Arbeiten werden zuerst entwickelt. Ganz nach dem Prinzip „Lieber früh scheitern und schnell reparieren, als zu spät bemerken, dass man auf diesem Weg nicht zum Ziel gelangt“.

Welche agilen Methoden nutzt du bereits?

Mit agilen Methoden lassen sich vor allem komplexe Aufgaben hervorragend erfüllen. Komplex ist, wenn das "Was" und das "Wie" unklar ist. Bei meiner Regel-Tätigkeit sind das „Was“ und „Wie“ klar definiert. Bei diesen „einfachen“ Tätigkeiten sind agile Methoden nicht geeignet.

Ich fungiere jedoch als Trainer für agiles Arbeiten, gebe regelmäßig Seminare und teile allgemein mein Wissen über agiles Arbeiten und Scrum gerne mit meinen Kollegen.

 

Was möchtest du den Lesern dieses Blogs, zum Thema „agiles Arbeiten“ mit auf den Weg geben?

Agile Methoden sind eine Geisteshaltung. Mein persönliches Manifest. Die geistige Haltung des agilen Arbeitens beruht auf dem agilen Manifest und dessen Prinzipien, die Methoden wurden aus diesem abgeleitet. Diese geistige Haltung zum Agilen Arbeiten ist somit wichtiger als die Methoden selbst. Ich finde dessen sollte man sich immer bewusst sein.

 

Wie ist eure Haltung zum Agilen Arbeiten? Habt ihr bereits Erfahrungen in der Praxis gemacht? Teilt eure Meinungen mit uns auf Twitter.

Entschuldigung

Ihr Browser ist leider nicht aktuell genug.
Um diese Webseite zu benutzen, benötigen Sie einen aktuellen Browser
Wir empfehlen einen der folgenden Browser in der aktuellsten Version zu installieren.

Auf iOS Geräten sollte mindestens die Betriebssystem Version iOS 9 installiert sein.

Mozilla Firefox Google Chrome Microsoft Edge Internet Explorer